Auszug aus dem Mitteilungsblatt Nr. 282 vom 04. Juli 2014

Informationen zum Leistungsverbesserungsgesetz in der gesetzlichen Rentenversicherung

Durch das Gesetz über Leistungsverbesserungen in der gesetzlichen Rentenversicherung sollen Lebens- und Arbeitsleistung stärker anerkannt werden als bisher.

 

Das vom Bundestag beschlossene Gesetz beinhaltet im Wesentlichen vier Komponenten:

 

  • die Rente ab 63,
  • die Erziehungszeiten von Kindern, die vor 1992 geboren wurden (sog. „Mütterrente“),
  • die Anpassung der Erwerbsminderungsrente, und
  • das Reha-Budget.

 

Die Änderungen treten am 01. Juli 2014 in Kraft.

  

Die Rente mit 63:

Seit 2012 können nach heutigem Recht schon besonders langjährig Versicherte, die mindestens 45 Jahre in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert waren, mit 65 Jahren ohne Abschläge in Rente gehen. Zukünftig können Versicherte nach 45 Jahren bereits mit 63 eine abschlagsfreie Rente erhalten.

Wer 63 Jahre oder älter ist und bislang noch keine Altersrente bekommt, kann ab 1. Juli 2014 die Altersrente für besonders langjährig Versicherte abschlagsfrei erhalten, soweit die Voraussetzungen (z.B. die Erfüllung der 45 Jahre mit „besonderen Pflichtbeitrags-Zeiten“) erfüllt sind. Für ab 1953 geborene Versicherte wird die Altersgrenze von 63 Jahren schrittweise auf 65 Jahre angehoben und wird für alle 1964 oder später Geborenen wieder wie bislang bei 65 Jahren liegen. Bei den Geburtsjahrgängen 1951 und 1952 erfolgt noch keine Anhebung auf das 65. Lebensjahr.

 

Tabelle: Anhebung der Altersgrenzen

Versicherte

Geburtsjahrgang

Anhebung um

... Monate

auf Alter

-Jahr-

auf Alter

-Monat-

1953

2

63

2

1954

4

63

4

1955

6

63

6

1956

8

63

8

1957

10

63

10

1958

12

64

0

1959

14

64

2

1960

16

64

4

1961

18

64

6

1962

20

64

8

1963

22

64

10

 

Erziehungszeiten von Kindern, die vor 1992 geboren wurden
(sog. „Mütterrente“) 

Als Mütterrente wird die bessere Anerkennung von Erziehungszeiten für Kinder bezeichnet, die vor 1992 geboren wurden. Für sie wird bislang ein Jahr Kindererziehungszeit berücksichtigt. Ab dem 1. Juli 2014 erhalten alle betroffenen Mütter oder Väter ein zusätzliches Jahr mit Kindererziehungszeiten.

Bei den rund 9,5 Millionen betroffenen Müttern und Vätern, deren Rente bereits vor Juli 2014 begonnen hat (= bereits Rentner), wird die Reform in der zweiten Jahreshälfte umgesetzt werden. Ein Antrag muss hier nicht gestellt werden. Der Zuschlag wird rückwirkend ab 01.07.2014 ausgezahlt.

Wer ab 1. Juli 2014 neu in Rente geht, erhält die „Mütterrente“ von der ersten Rentenzahlung an.

 

Die Erhöhung der Kinderziehungszeiten („Mütterrente“) kann sich auf den Bezug von Grundsicherungsleistungen und Hinterbliebenenrenten auswirken.

 

Bitte beachten!

Durch die „Mütterrente“ kann für bestimmte Personen ein Anspruch auf Regelaltersrente entstehen. Für die Regelaltersrente muss die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren mit Beitragszeiten erfüllt sein. Durch die „Mütterente“ wird ab 01.07.2014 für jedes vor 1992 geborene Kind ein weiteres (zusätzliches) Jahr Kindererziehungszeit (= Beitragszeit) angerechnet werden.

So können z.B. Mütter, die vor 1992 drei Kinder geboren haben, jetzt sechs Jahre Beitragszeit in der gesetzlichen Rentenversicherung erreichen und die allgemeine Wartezeit erfüllen. Die Einzahlung von freiwilligen Beiträgen ist außerdem eine Möglichkeit die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren zu erreichen (z.B. bei Müttern, die vor 1992 zwei Kinder geboren haben).

Damit die Regelaltersrente zum frühestmöglichen Zeitpunkt ab Juli 2014 beginnen kann, muss der Rentenantrag bis Ende Oktober 2014 gestellt werden.

 

Anpassung bei den Erwerbsminderungsrenten 

Versicherte, deren Erwerbsminderungsrente erstmals ab 1. Juli 2014 beginnt, werden künftig besser abgesichert. So wird etwa die sogenannte Zurechnungszeit um zwei Jahre angehoben. Erwerbsgeminderte Menschen werden dann so gestellt, als hätten sie bis zum Alter von 62 Jahren mit ihrem durchschnittlichen Einkommen weitergearbeitet. 

 

Erhöhung des Reha-Budget 

Die gesetzliche Rentenversicherung erbringt für ihre Versicherten Leistungen zur medizinischen und beruflichen Rehabilitation, wenn deren Erwerbsfähigkeit aus gesundheitlichen Gründen erheblich gefährdet oder bereits gemindert ist. Hierfür steht ein begrenzter Geldbetrag zur Verfügung – das sogenannte Reha-Budget. Im Jahr 2013 waren dies 5,8 Milliarden Euro.

Beginnend im Jahr 2014 wird das jährliche Reha-Budget zunächst um rund 100 Millionen Euro zusätzlich erhöht. Durch die Berücksichtigung der demografischen Entwicklung steigt die Erhöhung bis 2017 auf knapp 250 Millionen Euro an. Anschließend wird diese zusätzliche Erhöhung des Reha-Budgets wieder abgebaut.

 

 

Für Fragen steht Ihnen der Markt Rennertshofen, Frau Karina Rehm

(Montag – Donnerstag von 07.30 Uhr – 12.00 Uhr, Tel. 08434/9407-20)

gerne zur Verfügung. 

 

 

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